Zorbing: Rasanter Spaß in der PVC-Kugel

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Es gibt so einige ausgefallene Sportarten. Zorbing kann man mit großer Sicherheit dazu zählen: Bei diesem einmaligen Sport begibt man sich ins Innere einer aufblasbaren, transparenten Kugel und bestreitet unterschiedliche Spiele, sei es das Runterrollen eines Hügels oder auch Fußball. Seit einigen Jahren ist Zorbing stark im Trend, was nicht verwundert: In der futuristischen Hülle zu laufen, zu springen und zu bolzen ist ein einmaliges Erlebnis, das Unmengen an Spaß und Unterhaltung bereitet. Aufgrund seiner erstklassigen Eigenschaften in Sachen Robustheit und Flexibilität sind viele dieser Zorb genannten Kugeln aus PVC gefertigt.

Eine Kugel in der Kugel

Zorbing PVC-Kugel
(Titelfoto: Harry Malsch, CC BY 2.0, Wikimedia Commons; Foto: Harry Malsch, CC BY 2.0, Wikimedia Commons)

Bei einem Zorb handelt es sich genau genommen um zwei Kugeln: In einer äußeren, circa drei Meter großen Außenkugel befindet sich eine weitere, knapp zwei Meter breite Innenkugel, in der die Zorbonauten genannten Insassen den Zorb steuern. Der Zwischenraum ist mit Luft und einem Netz aus bis zu 1000 Schnüren oder Metallstützen gefüllt, welches beide Kugeln verbindet und als sicheres Polster bei Sprüngen und Stürzen dient. Durch einen tunnelartigen Einstiegskanal gelangt man ins Innere des Zorbs. Dort sind oft Griffe und Gurte enthalten, an denen sich die Insassen festhalten können. Manche Kugeln kommen aber auch ohne aus, sodass man den Zorb wie ein Laufrad benutzen kann.

Ursprünge bis heute ungeklärt

Die genauen Anfänge des Zorbing sind bis heute nicht gänzlich geklärt. Angeblich soll es schon in den 1920ern erste Ideen für derartige Kugeln gegeben haben. Auch der Dangerous Sports Club, berühmt für seine Extremsportaktivitäten wie Bungee-Jumping, soll an einer 23 Meter breiten Kugelkonstruktion gearbeitet haben. In den 1970er Jahren war es der Architekt Gilles Ebersolt, der begehbare PVC-Kugeln entwarf, die ursprünglich als aufblasbare All-Terrain-Geländefahrzeuge dienen sollten. Ebersolts „La Ballule“ bezeichnete Kugeln wurden auch für einen Stunt im Jackie-Chan-Film „Operation Condor“ verwendet.

Dem Zorb zum weltweiten Durchbruch verhalfen allerdings erst Dwane van der Sluis und die Brüder Andrew und David Akers, die 1994 im neuseeländischen Roturua das Unternehmen „ZORB Limited“ gründeten. Sie bauten ihr Unternehmen nach dem Franchise-System auf und betreiben in Roturua bis heute Zorbing-Anlagen.

PVC-Hülle mit hoher Belastbarkeit

Zorbing PVC-Kugel
(Foto: Master Man from Spain, CC BY 2.0, Wikimedia Commons)

Für die Hüllen der Zorbs setzen viele Hersteller auf eine PVC-Folie. Trotz ihrer Dicke von gerade einmal einem Millimeter sind diese äußerst strapazierfähig: Laut einigen Herstellern würde sie sogar dem Gewicht eines Babyelefanten standhalten.

Bei einem nicht ungefährlichen Sport wie Zorbing müssen die Kugeln hohen Sicherheitsanforderungen genügen. Zorbs aus PVC können diese dank ihrer Robustheit und Widerstandkraft garantieren – raues Gelände oder ungestümes Stoßen kann den Kugeln bei gelegentlichem, ordnungsgemäßem Gebrauch so schnell nichts anhaben. Viele Hersteller sind zudem bemüht, die Eigenschaften ihrer Zorbs stetig zu verbessern und mit innovativen PVC-Materialien für noch bessere Belastbarkeit zu sorgen. Und sollte dennoch etwas kaputtgehen, können viele Zorbs leicht geflickt werden. Einige Firmen bieten sogar eigene Reparaturservices an.

PVC-Zorbs zeichnen sich zudem durch ihre UV-Resistenz aus. Sie zeigen keine Verfärbung bei Sonneneinstrahlung, die Klarsicht der Kugeln bleibt damit stets erhalten. Darüber hinaus sind sie überaus temperaturbeständig, weswegen sie zu jeder Jahreszeit bedenkenlos benutzt werden können.

Nachhaltig aufgrund langer Lebensdauer

Zorbing PVC-Kugel
(Foto: empty007, CC BY-SA 2.0, Wikimedia Commons)

Die hervorragenden technischen Eigenschaften der PVC-Zorbs machen sie nicht zuletzt zu einer nachhaltigen Lösung. Aufgrund ihrer hohen Belastbarkeit und langen Lebensdauer müssen die Kugeln nicht ständig ersetzt werden und können stattdessen über Jahre benutzt werden – auch in finanzieller Hinsicht ein Vorteil. Einige Hersteller arbeiten zudem daran, das Gewicht der Kugeln noch weiter zu reduzieren, sodass weniger Material für die Produktion verbraucht werden muss.

Gutes Handling dank flexiblem Material

Zorbs aus PVC überzeugen auch mit ihrer Flexibilität. Das Material ist sehr praktikabel und erlaubt aufgrund des vergleichsweise geringen Gewichts von 90 kg ein gutes Handling. PVC-Zorbs lassen sich überdies in nur wenigen Minuten auf- und wieder abblasen. Des Weiteren können sie platzsparend gelagert und leicht transportiert werden. Trotz hoher Flexibilität weisen sie dabei stets ein ausgezeichnetes Rückstellvermögen auf: Sie leiern auch nach mehrmaligem Gebrauch nicht aus, sondern behalten im Gegenteil ihre Spannkraft.

In optischer Hinsicht sind klassische Zorbs oft in schlichtem Transparent erhältlich, doch ermöglicht das vielseitige PVC-Material bei Bedarf auch visuelle Akzente. So können Zorbs mit farblichen Markierungen und verschiedenen Mustern versehen werden, was gerade für Mannschaftssport von Vorteil ist. Auch das Bedrucken von Logos ist möglich.

Große Vielfalt an Zorbing-Aktivitäten

Mit einem Zorb lassen sich eine ganze Reihe einzigartiger, verrückter und spaßiger Aktivitäten durchführen. Beim klassischen Zorbing rollt man einen kleinen Abhang hinunter oder läuft eine Strecke im Gelände. Zorbing lässt sich aber nicht allein an Land betreiben: Beim so genannten Hydro-Zorbing kann man in den Kugeln sogar auf dem Wasser laufen. Das ist vor allem dank des geringen statischen Auftriebs der Kugeln möglich. Bei einer anderen Variante des Hydro-Zorbings wird hingegen Wasser ins Innere der Kugel gefüllt, sodass man sich beim Hinunterrollen eines Hangs wie in einer Wasserrutsche fühlt. Auch im Schnee kann unterschiedlichen Zorbing-Aktivitäten nachgegangen werden: Das Snow-Zorbing gilt allerdings als anspruchsvoll und erfordert einiges an Übung.

Daneben gibt es noch eine Vielzahl anderer verschiedener Spiele, die man auf von Franchiseunternehmen betriebenen Anlagen erproben kann: Einfaches Workout, Fußball, menschliches Bowling, Ringkämpfe oder auch Verfolgungsrennen. Großer Beliebtheit erfreuen sich Zorbs auch als Werbeträger und auf Events: Musiker wie Peter Gabriel haben für ihre Konzerte so schon einige sehenswerte Zorbing-Shows entworfen. Doch egal, welcher Aktivität man in den PVC-Kugeln nachgeht, das Zorbing ist ein einmaliges Erlebnis, das Unmengen an Spaß bereitet und garantiert nicht so schnell in Vergessenheit gerät.

Fragen & Antworten rund um das Thema „Zorbing“

 

Was ist Zorbing?

Zorbing ist eine Trendsportart, bei der Menschen in einer großen, transparenten Kunststoffkugel – dem sogenannten Zorb – verschiedene Aktivitäten ausüben. Dazu zählen etwa das Hinunterrollen eines Hügels, das Laufen im Gelände, Fußballspiele oder sogar Zorbing auf dem Wasser. Die Konstruktion aus einer äußeren und inneren Kugel sorgt für Sicherheit und macht das Erlebnis zugleich futuristisch und unterhaltsam.

Wie funktioniert ein Zorb?

Ein Zorb besteht aus zwei Kugeln: einer äußeren Hülle von etwa drei Metern Durchmesser und einer inneren Kugel von rund zwei Metern. Beide sind durch Luftpolster und ein Netz aus Schnüren oder Stützen miteinander verbunden. Diese Konstruktion dient als Stoßdämpfer, sodass Sprünge und Stöße abgefedert werden. Durch einen Tunnel gelangt man ins Innere, wo es Griffe oder Gurte geben kann. Manche Zorbs lassen sich auch frei wie ein Laufrad nutzen.

Aus welchem Material bestehen Zorbs?

Viele Zorbs sind aus PVC gefertigt. Dieses Material ist robust, flexibel und widerstandsfähig, obwohl die Folie meist nur etwa einen Millimeter dick ist. PVC sorgt dafür, dass die Kugeln Belastungen wie Stößen oder unebenem Gelände standhalten. Zudem ist es UV-beständig, temperaturresistent und langlebig, wodurch die Zorbs über viele Jahre genutzt werden können.

Wie schwer ist ein Zorb?

Ein typischer PVC-Zorb wiegt etwa 90 Kilogramm. Dank des flexiblen Materials lässt er sich dennoch relativ einfach auf- und abbauen, transportieren und platzsparend lagern. Das geringe Gewicht im Verhältnis zur Größe macht den praktischen Einsatz möglich, ohne dass spezielles Gerät erforderlich ist.

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