Jeder Boden hat irgendwann einmal ausgedient. Vor wechselnden Trends sind Böden nämlich genauso wenig gefeit wie vor jahrelangen Belastungen und so ist es oft nur eine Frage der Zeit, bis es an die Komplettsanierung des heimischen Belags geht. Auch ohne handwerkliche Erfahrung gelingt eine Neuverlegung eines Klick-Vinylboden. Man benötigt Geduld und ruhige Nerven.
In den letzten Jahren kam mit Klick-Vinyl-Systemen jedoch eine innovative Lösung auf den Markt, die der mühsamen und teuren Bodenverlegung nun ein Ende bereitet. Klick-Vinylböden versprechen eine einfache und saubere Verlegung, die ohne komplizierte Gerätschaften und lästigen Bauschutt auskommt. Da Klick-Vinylböden zudem eigenständig und in gerade einmal sechs Stunden verlegt werden können, spart man sich einiges an Zeit und Handwerkerkosten. Nicht zuletzt trumpfen sie mit ihren vielfältigen und optisch ansprechenden Dekoren sowie dem robusten und strapazierfähigen Material auf.
Klick-Vinyl verlegen – Vorbereitungen
Im Gegensatz zu vielen anderen Belägen werden Klick-Vinylböden schwimmend verlegt. In Nassräumen oder Zimmern mit großen Fensterflächen sollte von dieser Verlegeart allerdings abgesehen werden, da sowohl Feuchtigkeit als auch Wärmeeinstrahlung Schäden am Klick-Vinyl verursachen können. Hier empfiehlt sich stattdessen eine klebende Verlegung.
Bevor es ans Klick-Vinyl verlegen geht, sollten die Dielen für 24 bis 48 Stunden in dem betreffenden Raum aufbewahrt werden, damit sich das Material an die Temperaturen akklimatisieren kann. Wird das Klick-Vinyl vorher in der Garage gelagert und dann ohne Gewöhnungszeit verlegt, riskiert man, dass sich die Dielen ausdehnen und aufplatzen. Wichtig ist, auf die Qualität der verwendeten Materialien zu achten. Auch wenn Vinylböden relativ einfach zu reparieren sind, ist es besser im Vorfeld auf die Qualität zu achten, da der neue Boden anschließend umso länger hält.

In einem ersten Schritt werden nun alle Sockelleisten sowie Übergangsprofile im Raum abmontiert. Anschließend wird der alte Bodenbelag und die sich darunter befindliche Unterlage entfernt. Insbesondere Teppiche sollten unbedingt beseitigt werden, da sich sonst Milben unter dem neuen Boden ansiedeln können. Weist der Boden Unebenheiten auf, können diese mit Reparaturmörtel angeglichen werden. Nach dem Trocknen sollte eine gründliche Reinigung erfolgen.
Unterlagsbahnen oder auch HDF- und SPC-Hardcore-Platten können für zusätzliche Stabilität und Gehkomfort sorgen. Gerade bei mineralischen Untergründen empfiehlt es sich, eine PE-Folie zu verwenden, die als Dampfbremse gegen aufsteigende Feuchtigkeit schützt und die Klick-Vinylbeläge damit vor Wasserschäden bewahrt.
Vor dem Verlegen sollten die einzelnen Dielen gut vermischt werden, dies sorgt am Ende für ein natürliches und abwechslungsreiches Verlegebild. Da sich der Boden bei Temperaturschwankungen noch weiter ausdehnen kann, ist es zwingend notwendig, Abstandshalter an den Wänden zu befestigen. Ein Abstand von 3 mm bis 10 mm reicht dabei völlig aus. Die Fugen können später mit Sockelleisten überdeckt werden.
Ganz einfach Klick-Vinyl verlegen
Je nachdem, wie die Klick-Vinyldielen verlegt werden, kann ein Raum breiter oder schmaler wirken. Die Verlegerichtung sollte vor dem Befestigen der ersten Platte daher gut bedacht sein. Ob nun von links nach rechts oder umgekehrt verlegt wird, ist von Produkt zu Produkt unterschiedlich, in jedem Fall sollte allerdings immer längs zum Lichteinfall verlegt werden, um ein harmonischeres Raumbild zu erhalten.

In einer Zimmerecke beginnend, klopft man nun Diele für Diele ineinander. Ein Probeverlegen oder Ausmessen wäre vorher jedoch ratsam, denn würde die letzte Reihe Dielen sehr schmal ausfallen, sollte auch die erste Reihe entsprechend zugeschnitten werden. Eine Breite von 5 cm sollten die Dielen in der ersten und letzten Reihe nicht unterschreiten.
Ist man in der ersten Reihe an der Wand angekommen, muss die Klick-Vinyldiele zugeschnitten werden. Sofern das Reststück nicht kürzer als 30 cm ist, kann die Platte dazu benutzt werden, die zweite Reihe zu verlegen. Mit einem Gummihammer werden die Platten verankert und der Raum so schrittweise ausgekleidet. Bei Räumen mit einer Länge über 8 m sollten allerdings Dehnungsfugen verwendet werden.

Heizungsrohre werden umgangen, indem Löcher in die Dielen gebohrt oder geschnitten werden. Dank dem weichen und elastischen Material gelingt dies ohne große Schwierigkeiten. Mittels Abdeckrosetten werden die Löcher anschließend verdeckt.
Nachdem die letzte Diele verlegt wurde, können wieder alle Sockelleisten und Übergangsprofile angebracht werden. Klick-Vinylböden können sofort nach Verlegung begangen werden, dennoch sollte darauf geachtet werden, dass man die Arbeiten innerhalb eines Tages abschließt, da sich die Platten weiter ausdehnen können und ein Verlegen damit erschweren.
Innovative Klick-Mechanik
Klassische Klick-Vinyl-Systeme verfügen über einen Hebemechanismus, mit dem die Platten im richtigen Winkel ineinander gehoben werden. Über die Jahre haben Hersteller aber immer wieder an neuen, innovativen Lösungen gearbeitet, um das Verlegen noch weiter zu vereinfachen.
So bietet das Unternehmen Gerflor Böden mit dem sogenannten Drop-Down-Mechanismus an, der es ermöglicht, Klick-Vinylplatten in beide Richtungen und sogar vertikal zu verlegen. Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich auch Rigid-Vinylböden wie zum Beispiel von wineo, die dank einem harten Materialkern besonders robust sind und damit effektiv vor Abrieb und Druckbelastungen schützen. Eine Akklimatisierung wird bei Rigid-Vinylböden nicht mehr benötigt, auch eine Verlegung in Feuchträumen und Zimmern mit viel Licht wäre denkbar.

Eine schnelle, unkomplizierte und geldsparende Verlegung, die ganz ohne handwerkliche Kenntnisse gelingt – Klick-Vinylböden überzeugen mit ihrer einfachen Handhabung. Eigenschaften wie diese wie auch ihre hochwertige Optik, Pflegeleichtigkeit sowie Rutschhemmung machen sie inzwischen zu einer unverzichtbaren Alternative im Objekt.
Fragen & Antworten um Klick-Vinylböden zu verlegen
Wie lange braucht man, um Klick-Vinyl zu verlegen?
Für die Verlegung eines Klick-Vinylbodens sollte man – je nach Raumgröße und Vorbereitung – etwa sechs bis acht Stunden einplanen. Geübte Heimwerker können kleinere Räume auch schneller auslegen. Wichtig ist, dass die Dielen vor dem Verlegen 24 bis 48 Stunden im Raum akklimatisieren. Werden diese Schritte berücksichtigt, lässt sich der neue Boden meist an einem Tag vollständig verlegen und direkt begehen.
Was kostet Klick-Vinyl?
Die Preise für Klick-Vinyl variieren je nach Hersteller, Design und Materialqualität. Im Durchschnitt liegen sie zwischen 15 und 40 Euro pro Quadratmeter. Hinzu kommen eventuell Kosten für eine passende Unterlage, Sockelleisten und Zubehör. Wer die Verlegung selbst übernimmt, spart sich die Handwerkerkosten, die bei einer professionellen Verlegung zusätzlich anfallen würden.
Wie verlegt man einen Vinylboden?
Klick-Vinyl wird meist schwimmend verlegt, das heißt ohne feste Verklebung mit dem Untergrund. Nach der Vorbereitung des Bodens – inklusive Reinigung und eventuellem Ausgleich von Unebenheiten – werden die Dielen im Raum verteilt und mittels Klick-System verbunden. Abstandshalter sorgen für eine Dehnungsfuge zur Wand. Je nach System erfolgt die Verbindung durch Einklicken in einem bestimmten Winkel oder durch einfaches Einlegen von oben (Drop-Down-Mechanismus).
Welche Unterlage für Klick-Vinyl?
Die Wahl der Unterlage hängt vom Untergrund und dem verwendeten Klick-Vinyl ab. Bei mineralischen Böden ist eine PE-Folie als Dampfbremse empfehlenswert. Für zusätzlichen Komfort und Trittschalldämmung eignen sich spezielle Unterlagsbahnen, HDF- oder SPC-Platten. Wichtig ist, dass die Unterlage eben ist und keine Unebenheiten durchdringen, die das Klick-System beeinträchtigen könnten.
Wer verlegt Vinylböden?
Klick-Vinylböden können auch ohne handwerkliche Vorkenntnisse selbst verlegt werden. Für eine professionelle Verlegung bieten viele Fachbetriebe, Bodenleger oder Baumärkte mit Montageservice entsprechende Leistungen an. Die Kosten richten sich nach Raumgröße, Aufwand und regionalen Preisen. Wer unsicher ist oder Räume mit besonderen Herausforderungen ausstatten möchte, kann auf Fachpersonal zurückgreifen.
Ist Klick-Vinyl für Feuchträume geeignet?
Nicht jeder Klick-Vinylboden ist automatisch für Feuchträume geeignet. Klassisches Klick-Vinyl sollte in Nasszonen wie Bad oder Küche nur mit Vorsicht verwendet werden, da Feuchtigkeit durch die Fugen eindringen und Schäden verursachen kann. Für solche Räume eignen sich spezielle Rigid-Vinylböden mit wasserresistentem Kern. Zusätzlich sollte bei der Verlegung auf eine vollflächige Verklebung oder den Einsatz geeigneter Abdichtungen geachtet werden, um Feuchtigkeitsschäden zu vermeiden.
Kann Klick-Vinyl auf Fliesen verlegt werden?
Ja, Klick-Vinyl kann grundsätzlich auf bestehenden Fliesen verlegt werden, sofern der Untergrund eben, sauber und trocken ist. Größere Fugen sollten vorher mit Spachtelmasse ausgeglichen werden, um Druckstellen und Geräuschbildung zu verhindern. Eine zusätzliche Dämmunterlage oder eine spezielle Zwischenlage kann den Gehkomfort verbessern und kleine Unebenheiten ausgleichen. Wichtig ist, dass der Untergrund stabil ist und keine losen oder hohl klingenden Fliesen aufweist.
Was ist der Unterschied zwischen Klick-Vinyl und Rigid-Vinyl?
Der Hauptunterschied liegt im Materialaufbau. Rigid-Vinyl verfügt über einen besonders stabilen, oft mineralisch verstärkten Kern, der ihn formstabiler und druckfester macht als klassisches Klick-Vinyl. Dadurch ist Rigid-Vinyl weniger empfindlich gegenüber Temperaturschwankungen und benötigt keine lange Akklimatisierungszeit. Es kann sogar in Wintergärten oder Feuchträumen verwendet werden. Klick-Vinyl mit klassischer Trägerschicht hingegen ist elastischer und meist etwas einfacher zu schneiden und zu verlegen.



