Wie Vinylböden immer nachhaltiger werden

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Nachhaltigkeit wird für Konsumenten immer mehr zu einem entscheidenden Kauffaktor – nicht anders beim Thema Vinylboden. Hersteller haben in der Vergangenheit deshalb kontinuierlich daran gearbeitet, Produktionsabläufe nachhaltiger zu gestalten und die Ökobilanz von Vinylböden zu verbessern. Mit Erfolg: Extrem langlebig, auf natürlichen Rohstoffen basierend und überaus recyclingfähig – es gibt eine Reihe von Gründen, warum Vinylböden heute oft die erste Wahl sind, wenn es um nachhaltiges Einrichten geht.

Vinylböden: Bis zu 25 Jahre nutzbar

Nachhaltigkeit beginnt vor Ort: Aus diesem Grund beziehen viele Hersteller ihre Produktionsrohstoffe fast ausschließlich aus Deutschland. Somit werden die Transportwege erheblich kürzer, was Energie einspart und zu weniger CO2-Emissionen führt. Zugleich ermöglicht der regionale Bezug maximale Kontrolle und Transparenz: Hersteller wissen genau, welche Materialien in ihren Produkten Verwendung finden.

Nachhaltige Vinylböden
(Titelfoto/Foto: PROJECT FLOORS)

Mit einer Nutzungsdauer von bis zu 25 Jahren sind Vinylböden ein äußerst langlebiges Produkt. Diese große Leistungsfähigkeit haben sie dabei ihren hervorragenden technischen Eigenschaften zu verdanken: Robust, widerstandskräftig und zäh, halten sie selbst enormen Belastungen und den widrigsten Bedingungen stand. Wenn doch mal etwas kaputt gehen sollte, ist dies selten ein Problem: Denn Vinylböden lassen sich einfach und ohne viel handwerkliches Können reparieren.

Natürliche Additive

Hinzu kommt, dass die in Vinylböden enthaltenen Weichmacher immer öfter auf der Basis natürlicher Rohstoffe hergestellt werden, wie Zitronensäureester. Diese Bioweichmacher sind gesundheitlich unbedenklich und sicher. Viele von ihnen kommen auch in Kinderspielzeug und Lebensmittelverpackungen vor. Mit äußerster Sorgfalt achten Hersteller darauf, dass nur zertifizierte und den gesetzlichen Bestimmungen entsprechende Materialien verwendet werden.

Die meiste Zeit ihres Lebens verbringen Menschen in Innenräumen. Daher ist es wichtig, stets für ein gesundes Raumklima und optimale Luftqualität zu sorgen. Vinylböden tragen maßbeglich dazu bei: So enthalten sie keine flüchtigen organischen Verbindungen (VOC), die ausdünsten und Asthma und Allergien auslösen könnten. Sich stets in einem gesunden Raumklima zu wissen, steigert das Wohlbefinden und erhöht den Komfort in den eigenen vier Wänden um ein Vielfaches.

Schonender Umgang mit Ressourcen

Nachhaltige Vinylböden
(Foto: PROJECT FLOORS)

Der wichtigste Schritt zu einem nachhaltigen Wirtschaften ist die schonende Verwendung von Ressourcen. Denn Öl, auf dem die Herstellung vieler Böden basiert, ist nur in begrenzten Mengen vorhanden. Hersteller produzieren ihre Vinylböden daher zunehmend auf der Grundlage von nachwachsenden, natürlichen Ressourcen. Auf diese Weise wird die Umwelt geschützt und die fragilen Ökosysteme unseres Planeten erhalten. Die Senkung von Abfall-, Energie- und Wasserverbrauch nimmt für viele Hersteller darüber hinaus große Priorität ein. Überdies werden Betriebsabläufe durch die Verwendung regenerativer Energien immer grüner. Auch andere Maßnahmen leisten starke Beiträge für mehr Ressourcenschonung: Klickvinylböden beispielsweise kommen gänzlich ohne Klebstoff aus und sind dabei einfach und schnell verlegt. Viele Hersteller setzen zudem auf ein umweltfreundliches Packungsdesign.

Immer bessere Kreislauffähigkeit

Kreislaufwirtschaft ist eines der großen Stichworte, wenn es um nachhaltige Vinylböden geht. Es meint die Rückgewinnung von Ressourcen aus alten Produkten und ihre Wiederverwendbarkeit in neuen Anwendungen. Industrieabfälle werden dadurch nicht unnötig verbrannt und wertvolle Materialien bleiben weiterhin erhalten. Vinylböden bringen es schon heute auf eine beeindruckende Recyclingquote im zweistelligen Prozentbereich. Die gewonnen Sekundärrohstoffe haben eine beeindruckende Leistung und finden sich als Rezyklat in unzähligen Produkten wie z. B. Teichfolien wieder.

Das Ziel bleibt für die Branche aber klar: In naher Zukunft soll eine Wiederverwertbarkeit von 100% erreicht werden. Dazu wird Recyclingfähigkeit schon beim Produktdesign berücksichtigt, aber auch mit viel Akribie an Zukunftstechnologien geforscht, mit denen eine sortenreine Zurückgewinnung von Rohstoffen möglich wird. Ein Beispiel hierzu ist das vom Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV) entwickelte CreaSolv®-Verfahren, mit dem sich historische, nicht mehr REACH-konforme Weichmacher von Vinylböden abtrennen lassen.

Zusammen für mehr Nachhaltigkeit

Für die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele sind nicht zuletzt gute Branchenlösungen und Kooperation unter Partnern gefragt. Wie dies gelingen kann, beweist seit 1990 eindrücklich die Arbeitsgemeinschaft PVC-Bodenbelang Recycling (AgPR). Diese sammelt bundesweit und in einigen Nachbarländern alte PVC-Bodenbeläge und führt diese in einer eigens betriebenen Recyclinganlage in Troisdorf wieder dem Kreislaufprozess zu. Dazu wird partnerschaftlich mit Kommunen und Abfallunternehmen zusammengearbeitet. Seit Januar 2025 ist die AgPR im Besitz von Gerflor Mipolam, im Rahmen eines „Lohn-Recyclings“ soll die Anlage für externe Unternehmen und Verbände jedoch weiterhin nutzbar bleiben.

Vinylböden brauchen in Sachen Nachhaltigkeit den Vergleich mit anderen Branchenlösungen nicht zu scheuen. Und Nachhaltigkeit ist dabei längst nicht ihr einziger Vorzug: Auch aufgrund ihrer einzigartigen Optik, Pflegeleichtigkeit und leichten Verlegung sind sie nach wie vor einer der beliebtesten Bodenbeläge überhaupt.

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