Vinylboden reparieren – nichts leichter als das

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Vinylböden müssen so einiges aushalten. Sperrige Möbel, die über den Belag geschliffen werden, feuchte Untergründe infolge von schlechter Verlegung und fallende spitze Gegenstände sind dabei noch die geringsten Probleme. Zwar sind die Böden für ihre Robustheit bekannt und beliebt, doch im alltäglichen Härtetest kann es immer wieder vorkommen, dass die stilvollen Beläge Kratzer oder Dellen davontragen. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen gelingt das Vinylboden reparieren ganz leicht und unkompliziert, ohne den kompletten Belag austauschen zu müssen.

Kratzer, Löcher, Blasen: Für alles eine Lösung

Bei kleinen Kratzern, Schleifspuren oder anderen leichten Schäden auf der Oberfläche helfen so genannte Vinylboden-Reparatursets. Diese sind mit Tüchern, Schleifpads sowie besonderen Werkzeugen ausgestattet, die Kratzer effektiv versiegeln. Dr. Schutz beispielsweise setzt auf ein Reparaturstift und -spray, mit denen Oberflächenschäden schnell und unkompliziert aufgefüllt werden können.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt auch das Reparaturset von wineo: Hier kommen verschiedenfarbige Wachsstücke zum Einsatz, die mithilfe eines Batterieschmelzers geschmolzen und in den Boden eingearbeitet werden. Mit den enthaltenen Keilen und Pads werden nach Versiegelung der Stelle Überschüsse abgetragen und Struktur und Glanz in den Boden eingearbeitet.

Vinylboden reparieren
Beim Vinylboden reparieren sind Reparatursets wie das von wineo oft die erste Wahl. (Titelfoto/Foto: wineo)

Um einiges ärgerlicher als Kratzer sind Löcher im Vinylboden: Werden diese nämlich nicht umgehend beseitigt, kann weiterer Ärger drohen. Ein paar simple handwerkliche Eingriffe reichen in diesem Fall jedoch schon aus, um den Belag zu reparieren. In einem ersten Schritt muss die beschädigte Stelle mit einem Messer geradlinig ausgeschnitten werden. Anschließend wird ein passendes Gegenstück aus den Restbeständen des Vinylbodens herausgeschnitten und in den Belag eingesetzt. Zum Schluss muss die Nahtstellen noch mit einem Kaltschweißmittel ausgefüllt werden.

Was tun, wenn der Vinylboden aufgequollen ist?

Auch Blasen können für einigen Unmut sorgen. Wenn der Vinylboden aufgequollen ist, liegt das häufig an einem feuchten Untergrund – aber auch eine unsachgemäße Verlegung kann zu diesen Schäden führen. Der Boden muss vorsichtig aufgeschnitten und der Untergrund vollständig getrocknet werden. Erst im Anschluss kann der Belag wieder verklebt werden. Mit einem Nudelholz oder einem schweren Gegenstand muss der Boden abschließend noch geglättet werden.


Wie kann man einen Vinylboden reparieren?

Vinylboden lässt sich je nach Schadensart mit verschiedenen Methoden reparieren: Kleine Kratzer werden mit Reparatursets, Wachsstücken oder Haushaltsmitteln wie Speiseöl behandelt. Bei Löchern schneidet man die beschädigte Stelle aus und setzt ein passendes Stück aus den Restbeständen ein.

Sollte es sich um einzelne Klick-Elemente handeln, so werden diese ebenfalls einfach ausgetauscht. Blasen entstehen durch Feuchtigkeit und erfordern das Aufschneiden des Bodens sowie die Trocknung des Untergrunds. Lose Kanten werden mit Föhn und neuem Kleber befestigt. Größere Schäden erfordern den großflächigen Austausch des betroffenen Bereichs.

Unterschiede je nach Vinyl-Art: Reparaturmethoden für verschiedene Verlegearten

Es gibt viele verschiedene Vinylböden und dementsprechend unterscheiden sich auch die Reparaturmethoden je nach Boden und Verlegeart.

Die drei gängigsten Varianten – Klick-Vinyl, selbstklebendes Vinyl und vollverklebtes Vinyl – jede dieser 3 verschiedenen Arten erfordert eine unterschiedliche Herangehensweisen bei der Schadensbehebung.

Klick-Vinyl: Einzelne Elemente austauschbar

Klick-Vinylböden, auch als schwimmend verlegte Böden bekannt, bieten den großen Vorteil, dass beschädigte Elemente einfach ausgetauscht werden können. Oft reicht es aus, vom beschädigten Element ausgehend bis zur nächsten Wand die Dielen zu lösen und das defekte Stück zu ersetzen.

Bei oberflächlichen Kratzern funktionieren die Standard-Reparatursets problemlos. Ein wichtiger Tipp: Immer einige Reserveelemente vom ursprünglichen Boden aufbewahren, da spätere Nachkäufe aufgrund von Produktionschargen farblich abweichen können.

Selbstklebendes Vinyl: Vorsicht bei der Demontage

Selbstklebende Vinylplanken oder -fliesen lassen sich theoretisch einzeln entfernen und ersetzen. In der Praxis gestaltet sich dies jedoch oft schwieriger als bei Klick-Systemen.

Die Klebeverbindung ist meist sehr stark, sodass beim Entfernen benachbarte Elemente beschädigt werden können.

Ein anderes häufig auftretendes Problem sind sich ablösende Ecken und Kanten. Doch auch hier beschränkt sich der Aufwand für das Vinylboden reparieren auf ein Minimum.

Es reicht aus, den aufgeklappten Belag mithilfe eines Föhns von alten Kleberesten zu bereinigen und eine neue Schicht Kleber aufzutragen. Wird der Boden wieder fest in den Untergrund gedrückt, bleibt der Belag für die nächste Zeit bedenkenlos haften.

Vollverklebung: Professioneller Aufwand erforderlich

Vollverklebte Vinylböden stellen die größte Herausforderung bei Reparaturen dar, bieten aber auch die stabilste und langlebigste Lösung. Oberflächliche Kratzer lassen sich auch hier mit handelsüblichen Reparatursets behandeln. Bei tieferen Schäden oder Löchern muss jedoch häufig ein größerer Bereich ausgeschnitten und erneuert werden. Der alte Kleber muss dabei vollständig entfernt und eine neue Klebeschicht aufgetragen werden.

Diese Arbeiten erfordern spezielle Werkzeuge und Erfahrung, weshalb bei vollverklebten Böden oft der Gang zum Fachmann ratsam ist. Der Vorteil: Einmal fachgerecht repariert, sind vollverklebte Vinylböden besonders langlebig und robust gegen erneute Schäden.

Schwere Schäden schnell beseitigt

Vinylboden reparieren
Kleine Alltagshelfer können beim Vinylboden reparieren große Dienste leisten. (Foto: wineo)

Von einem gänzlich anderen Kaliber hingegen sind starke, weit ausgedehnte Schäden im Vinylboden. In solchen Fällen hat man keine andere Wahl, als den Belag großflächig auszuschneiden und durch ein passendes Gegenstück aus seinen Restbeständen zu ersetzen. Ein Reinigen des Untergrunds und das Beseitigen von alten Kleberesten sind auch hier unabdingbar.

Wie werden Druckstellen aus Vinylboden entfernt?

Sind erst einmal Druckstellen auf dem Vinylboden vorhanden, ist dies kein Problem und kann mit ein paar wenigen Handgriffen behoben werden. Mit einem Fön wird die entsprechende Stelle erwärmt. Sobald diese nachgiebig und weich wird, wird mit einer Andrückwalze über die entsprechende Stelle gerollt, bis diese verschwindet. Anstelle einer Andrückwalze kann auch ein handelsübliches Nudelholz verwendet werden. Es wird so lange gerollt, bis die Druckstelle reduziert oder verschwunden ist.

Auch Haushaltsmittel helfen beim Vinylboden reparieren

Geht es ans Vinylboden reinigen, findet sich der passende Helfer aber vielleicht auch in den eigenen vier Wänden: Speiseöl beispielsweise bekämpft effektiv kleine Kratzer und bei dunklen Designbelägen kann schwarze Schuhcreme Schleifspuren elegant kaschieren.

Vinylboden-Dellen entfernen: So funktioniert’s

Gegen Dellen hat sich auch der Griff zum Föhn als besonders wirksam erwiesen: Bereits ein kurzes Erwärmen kann lästige Dellen wirksam beseitigen. Wird die betroffene Stelle anschließend noch mit einem Nudelholz geglättet, hat der Vinylboden im Nu seine hochwertige und edle Optik wiedererlangt.


Wie kann man Schäden in Vinylböden vermeiden?

Der beste Weg, Vinylboden zu reparieren, ist gar nicht erst in die Situation zu geraten, dass Reparaturen notwendig werden. Mit einigen einfachen Vorsichtsmaßnahmen lassen sich die meisten Schäden am Vinylboden bereits im Vorfeld vermeiden und die Lebensdauer des Belags erheblich verlängern.

Vinylboden reparieren
Vinylboden reparieren gelingt oft schon mit wenigen Werkzeugen. (Foto: wineo)

Möbelschutz als A und O

Der Hauptgrund für Kratzer und Schleifspuren auf Vinylböden sind oftmals Möbel. Sie sind ärgerlich und können jedoch ganz einfach verhindert werden. Filzgleiter unter Stuhlbeinen, Tischfüßen und anderen beweglichen Möbelstücken schaffen hier wirksam Abhilfe. Diese kleinen Hilfsmittel sind kostengünstig in jedem Baumarkt erhältlich.

Für Bürostühle mit Rollen gibt es zudem spezielle Matten, die auf den Boden gelegt werden können. Auch schwere Gegenstände wie Kühlschränke oder Waschmaschinen sollten niemals ohne Schutzunterlagen über den Vinylboden geschoben werden.

Hier können ganz einfach große Handtücher oder eine Decke verwendet werden, die einfach drunter geschoben wird. Im Fachhandel gibt es zudem spezielle Möbelroller zu kaufen.

Die richtige Reinigung macht den Unterschied

Eine regelmäßige Reinigung trägt zudem zur Langlebigkeit und Haltbarkeit des Vinylbodens bei. Groben Schmutz und Sand sollten mit einem weichen Besen oder Staubsauger entfernt werden, da diese Partikel wie Schleifpaper wirken und Mikrokratzer verursachen können.

Bei der Reinigung mit Wasser ist weniger oft mehr: pH-neutrale Reiniger und nur leicht feuchte Wischmoppe schonen die Oberfläche und verhindern, dass Feuchtigkeit in die Fugen eindringt. Aggressive Reinigungsmittel oder scheuernde Schwämme haben auf Vinylböden nichts zu suchen, da sie die Schutzschicht angreifen können.

Ausführliche Informationen, wie man einen Vinylboden richtig reingingt, lesen Sie in unserem Artikel „Vinylboden reinigen: saubere Leistung“. 

Raumklima im Blick behalten

Ein oft unterschätzter Faktor ist die Luftfeuchtigkeit im Raum. Vinylböden reagieren auf extreme Schwankungen der Luftfeuchtigkeit mit Ausdehnung oder Zusammenziehen, was zu Fugenbildung oder Verwölbungen führen kann. Mit Hilfe eines Hygrometers kann die Luftfeuchtigkeit im Blick behalten werden.

Weitere Präventionsmaßnahmen

Eingangsmatten sowohl außen als auch innen fangen Schmutz und Feuchtigkeit ab, bevor sie auf den Vinylboden gelangen. In stark frequentierten Bereichen können zusätzliche Läufer oder Teppiche als Schutzschicht fungieren. Auch das Vermeiden von High Heels oder spitzen Absätzen trägt zur Schadensvorbeugung bei, da diese punktuelle Belastungen erzeugen, die selbst robuste Vinylböden beschädigen können.


Fragen & Antworten zur Vinylbodenreparatur

Kann man jeden Vinylboden reparieren?

Meist ja – kleine Kratzer oder Dellen lassen sich fast immer beheben. Bei Klick-Vinyl und fest verklebtem Vinyl sind Reparaturen einfacher. Bei stark beschädigten Billigböden oder großflächigen Wasserschäden ist ein Austausch oft besser.

Welche Werkzeuge braucht man für kleine Reparaturen wirklich?

Ein scharfes Cuttermesser, feines Schleifpad, Reparaturstift oder Wachsstifte, kleiner Spachtel, Föhn und ein weiches Tuch – mehr braucht es meist nicht.

Wie vermeide ich sichtbare Übergänge nach einer Reparatur?

Möglichst Reststücke vom gleichen Boden verwenden, exakt zuschneiden, Struktur nacharbeiten (z. B. mit Pads oder Bürsten) und die Nahtstelle sauber mit Kaltschweißmittel versiegeln.

Hilft ein Möbel- oder Bodenschutzlack nach der Reparatur?

Ja – ein transparenter Schutzlack kann die reparierte Stelle versiegeln, vor neuem Abrieb schützen und den Glanz angleichen.

Welche Schäden übernehmen ggf. Versicherungen (z.B. Haftpflicht)?

Schäden durch Dritte (z. B. Besuch kippt etwas um) übernimmt oft die Haftpflicht des Verursachers. Eigenverschuldete Schäden sind meist nicht versichert – Ausnahme: eine spezielle Hausratversicherung mit Bodenbelagsschutz.

Wie bekomme ich Kratzer aus einem Vinylboden?

Kleine Kratzer lassen sich mit Vinylboden-Reparatursets behandeln, die Reparaturstifte, Sprays oder farbige Wachsstücke enthalten. Alternativ helfen Haushaltsmittel: Speiseöl für oberflächliche Kratzer einreiben oder bei dunklen Böden schwarze Schuhcreme zum Kaschieren verwenden. Bei tieferen Kratzern wird das Wachs mit einem Batterieschmelzer geschmolzen und in den Kratzer eingearbeitet, anschließend Überschüsse abgetragen und die Stelle poliert.

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