Durch einen neuen Taschentrend erfreuen sich Taschen im Used-Look aus alten LKW-Planen und Werbebannern großer Beliebtheit. Die Lebenshilfe Bruchsal-Bretten lässt von Firmen angelieferte alte Planen und Banner durch Menschen mit Handicap zu Taschen verarbeiten. Danach erhalten Kunden ihre Altmaterialien als fertige Taschen zurück. Dadurch beweist die Initiative hohes soziales Engagement und sorgt gleichzeitig dafür, dass sich die Nutzungsdauer der gebrauchten Materialien beträchtlich verlängert.

Recyclingtaschen aus gebrauchten LKW-Planen sind immer ganz besondere Unikate. (Foto: COMEBAGS, Lebenshilfe Bruchsal-Bretten)
Recyclingtaschen aus gebrauchten LKW-Planen sind immer ganz besondere Unikate. (Foto: COMEBAGS, Lebenshilfe Bruchsal-Bretten)

Die Idee zu diesem Recyclingprojekt hatte Grafiker Christian Tschürtz. Ihm missfiel die Vorstellung, widerstandsfähige Mesh-Gewebe, Werbebanner und LKW-Planen, die häufig aus PVC-beschichtetem Gewebe bestehen, nach Gebrauch in den Müll zu werfen. So startete er mit der Lebenshilfe Bruchsal-Bretten das Projekt COMEBAGS und bot ab Mai 2013 zunächst ein Taschenmodell zur Produktion an, später viele weitere wie Dokumentenmappen und Tablethüllen.

Menschen mit geistiger Behinderung nähen die Recyclingtaschen aus LKW-Planen und Bannern und erhalten dadurch eine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt. (Foto: COMEBAGS, Lebenshilfe Bruchsal-Bretten)
Menschen mit geistiger Behinderung nähen die Recyclingtaschen aus LKW-Planen und Bannern und erhalten dadurch eine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt. (Foto: COMEBAGS, Lebenshilfe Bruchsal-Bretten)

Fair und sozial: Überzeugender Taschentrend

Firmen liefern ihre gebrauchten Werbebanner oder LKW-Planen bei dem Verarbeiter ab, wählen ein Taschenmodell aus und erteilen dann den Auftrag zur Produktion. Anschließend werden die Materialien von Menschen mit geistiger Behinderung verarbeitet, das heißt gestanzt, gereinigt, zu Taschen genäht und auf Wunsch mit dem Logo des Auftraggebers versehen. So entstehen stylische Unikate, die als Werbeträger oder Kundenpräsent eingesetzt werden können: ein Taschentrend mit hohem nachhaltigem Anspruch.

Inspiriert von der Fairtrade-Idee erhalten alle Beteiligten in der Wertschöpfungskette einen fairen Anteil vom Erlös: ein wichtiger Aspekt vor allem für Unternehmen, die sich im Bereich CSR – Corporate Social Responsibility engagieren. Mit der Kombination aus sozialem und ökologischem Engagement und guter Handarbeit von hoher Qualität wurde ganz bewusst ein Gegenentwurf zu Billigprodukten aus Fernost geschaffen.

Taschentrend mehrfach ausgezeichnet

Die Recyclingprodukte sind durchaus bezahlbar und können sich für manche Unternehmen wirtschaftlich lohnen. Firmen, die mehr als 20 Angestellte haben und keine ausreichende Anzahl an Behinderten beschäftigen, müssen normalerweise eine Ausgleichsabgabe zahlen. Mit den Aufträgen an die Lebenshilfe können sie Abgaben an den Staat mindern, denn die Arbeitsleistung kann auf die Ausgleichsabgabe angerechnet werden.

Die schönen Recyclingtaschen werden von einem Team der Lebenshilfe Bruchsal-Bretten angefertigt, die dadurch einen neuen Taschentrend ins Leben gerufen hat. (Foto: COMEBAGS, Lebenshilfe Bruchsal-Bretten)
Die schönen Recyclingtaschen werden von einem Team der Lebenshilfe Bruchsal-Bretten angefertigt, die dadurch einen neuen Taschentrend ins Leben gerufen hat. (Foto: COMEBAGS, Lebenshilfe Bruchsal-Bretten)

Mehrere Jahre hintereinander erhielt COMEBAGS den LEA-Mittelstandspreis für soziale Verantwortung in Baden-Württemberg: eine hohe Auszeichnung für das soziale Engagement der Initiative. Schließlich schafft die Lebenshilfe für geeignete Mitarbeiter mit Handicap Übergänge auf den ersten Arbeitsmarkt und begleitet diesen Prozess. Der gemeinnützige Verein betreibt insgesamt fünf Werkstätten und beschäftigt über 800 Erwachsene. Dabei ist er sowohl zuverlässiger Partner für Textil- als auch für Metall-, Holz- und Konfektionierungsarbeiten.