Viele Menschen, die nach der Jahrhundertflut in NRW und Rheinland-Pfalz nicht mehr in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren konnten, haben inzwischen in Tiny Houses eine vorübergehende Unterkunft gefunden. Die in den Flutgebieten aufgestellten Minihäuser machen Hoffnung auf eine baldige Rückkehr zu mehr Normalität und geben Betroffenen ihre Privatsphäre zurück.

170 Tiny Houses

Allein das Bündnis deutscher Hilfsorganisationen „Aktion Deutschland Hilft“ hat 170 Tiny Houses in den Städten Sinzig und Bad Neuenahr-Ahrweiler sowie in der Verbandsgemeinde Altenahr finanziert. Das Engagement umfasst dabei sowohl den Transport und die Erschließung als auch den späteren Rücktransport der Minihäuser. Die Gemeinde Grafschaft hat mit dem Verein „Haribo hilft“ 25 weitere Tiny Houses in Grafschaft-Ringen aufstellen lassen, die inzwischen bezogen wurden. So kehren die betroffenen Menschen in ihre Wohnorte zurück, kümmern sich dort um die Instandsetzung ihrer Häuser und Wohnungen und nehmen ihr gewohntes Leben inmitten ihrer Sozialkontakte wieder auf.

Tiny Houses
Eines von 17 Tiny Houses in Bad Bodendorf, die in Kürze von Menschen bezogen werden sollen, die nach der Flutkatastrophe nicht mehr in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren konnten. (Foto: AGPU MEDIA)

Voll ausgestattet

Die 30-40 qm großen Häuser bieten genug Raum für bis zu fünf Bewohner und können für einen moderaten Betrag angemietet werden. Sie sind voll erschlossen, d.h. sie verfügen über Strom-, Wasser- und Internetanschluss sowie eine Heizung. Ansonsten bieten sie auf kleinstem Raum alles, was wir zum Wohnen brauchen: einen kombinierten, voll ausgestatteten Wohn-, Küche- und Essbereich, Schlafzimmer, Bad und oft auch eine Terrasse. Häufig gibt es in den neu entstandenen Siedlungen auch separate Waschküchen in eigens dafür aufgestellten Containern.

Flexibles Wohnkonzept

Tiny Houses
Tiny Houses lassen sich bis zu einem Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen auf Spezialanhängern transportieren.
(Foto: Rolling Tiny House)

Ob als private Unterkunft oder als Gewerbe- oder Arbeitsstätte: Moderne Tiny Houses erfreuen sich unabhängig von dem engagierten Hilfsprojekt zunehmender Beliebtheit, weil sie zeitgemäßes Wohnen und Arbeiten zu moderaten Kosten bieten. Sie sind Ausdruck einer neuen Lebensphilosophie und ermöglichen eine Fokussierung auf wesentliche Grundbedürfnisse bei geringem Flächenverbrauch.

Leichte Bauprodukte

Tiny Houses
Gemütlich und schön: Dieses Tiny House Schlafzimmer auf der Empore wurde mit einem ausdrucksstarken Vinylboden in Holzoptik gestaltet.
(Foto: Rolling Tiny House)

Generell werden viele Minihäuser mit modernen PVC-Produkten ausgestattet. Zu ihnen gehören strapazierfähige Vinylböden zum Beispiel in moderner Holz- oder Steinoptik. Sie sind sehr pflegeleicht, dabei besonders abriebfest, robust und langlebig. Die Böden gibt es in einer großen Design- und Farbvielfalt, so dass sie zu jedem Gestaltungskonzept passen. Vorteilhaft ist vor allem ihr geringes Gewicht. Bei der Ausstattung von Tiny Houses zählt jedes Gramm, da die Minihäuser nur bis zu einem Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen auf Spezialanhängern transportiert werden dürfen. Diese Vorgabe lässt sich nur durch die Verwendung leichter, leistungsstarker Bauprodukte einhalten.

Hohe Energieeffizienz

Tiny Houses
Leichte PVC-Bauprodukte wie abriebfeste Vinylböden und Energiesparfenster aus Kunststoff sind in vielen Tiny Houses die erste Wahl.
(Foto: Rolling Tiny House)

Kunststofffenster bieten neben einer hohen Energieeffizienz auch vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten für Fassaden und Innenräume, die innovativen Beschichtungsverfahren zu verdanken sind. In den 17 Minihäusern in Bad Bodendorf, die in Kürze bezogen werden sollen, kamen für die Außenansicht anthrazitgraue Kunststoffprofile zum Einsatz. Im Innenbereich sind diese in Weiß gehalten, um einen möglichst hellen und freundlichen Eindruck in den kleinen Räumen zu erzielen. Die Entwässerung der geneigten Dächer erfolgt mit Hilfe von leichten PVC-Rohren.  

Hilfe auf Zeit

Die „Aktion Deutschland Hilft“ geht davon aus, dass die Tiny Houses bis zu drei Jahre lang benötigt werden könnten. Danach sollen sie oder ihre Verkaufserlöse gemeinnützigen Projekten zugunsten der Flutbetroffenen zugeführt werden: eine sinnvolle Hilfsaktion, die genau dort ansetzt, wo die Menschen am dringendsten Unterstützung benötigen.