Bildungsbauten wie Schulen und Kitas müssen in Anbetracht deutlich schwankender Besucherzahlen sehr vorausschauend geplant werden. Der Modulbau bietet ein effizientes Instrument, um Gebäude schnell an solche Veränderungen anzupassen. Vorbildhaft zeigt das die Aktiv-Schule in Erfurt, die wegen kontinuierlich steigender Schülerzahlen ein Zusatzgebäude in zwei Bauabschnitten erhielt.

Die bestehende Montessori Gemeinschaftsschule der Gothaer Bildungsgesellschaft mbH wurde in Anbetracht steigender Schülerzahlen bereits 2018 von ALHO um ein Zusatzgebäude erweitert. Der Anbau ist in Modulbauweise ausgeführt, weil diese im Vergleich zu traditionellen Bauverfahren eine deutlich beschleunigte Bauzeit bei gleichen Kosten bietet. Entsprechend zügig war das neue Gebäude nach nur dreimonatiger Bauzeit bezugsfertig.

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Dieser Ergänzungsbau der Aktiv-Schule Erfurt aus insgesamt 52 Modulen entstand in nur 22 Wochen Bauzeit.
(Titelfoto und dieses Foto: ALHO Unternehmensgruppe)

Vorausschauende Planung

Schon bei Baubeginn des zweigeschossigen Schulgebäudes waren weiter steigende Schülerzahlen absehbar. Deshalb wurde von Anfang an eine spätere Erweiterung um zwei zusätzliche Geschosse ins Auge gefasst und durch das ALHO Planungsteam von der Statik her entsprechend eingeplant. Im zweiten Bauabschnitt, der 2020 bei laufendem Schulbetrieb realisiert wurde, entstanden auf rund 1.930 Quadratmetern 14 neue Klassenräume sowie zwei Fachkabinette für naturwissenschaftlichen Unterricht und Sanitäreinrichtungen. Der gesamte Neubau umfasst 52 Module, die in nur 22 Wochen Bauzeit realisiert wurden und heute 474 Schülerinnen und Schülern als Lernort dienen. Eine 50 kW-Photovoltaik-Anlage versorgt die Schule mit Strom.

Ansprechendes Lernumfeld

Die Kunststofffenster des Modulbaus lassen dank großer Glasflächen viel Tageslicht in die Unterrichtsräume. Während die Rahmen außen passend zur Fassadengestaltung in dezentem Anthrazit gehalten sind, unterstreichen die weißen Profile im Innenbereich die helle und freundliche Atmosphäre der Klassenräume. Passend dazu wurde ein Vinylboden in Holzoptik verlegt, der das farbenfrohe Einrichtungskonzept dank seiner hellen Farbgebung gut zur Geltung bringt und hohe gestalterische Ansprüche erfüllt. Vinylböden wie hier im Plankenformat werden generell gerne in stark frequentierten Gebäuden mit besonders hohen Belastungen eingesetzt, weil sie pflegeleicht, robust und langlebig sind.

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Der Verbindungsgang zwischen altem und neuem Schulgebäude wurde mit einem Vinylboden in heller Holzoptik gestaltet.
(Foto: ALHO Unternehmensgruppe)

Flexibles Raumkonzept

Bemerkenswert ist die flexible Planung der Räume, die das Nutzungsverhalten im täglichen Schulbetrieb widerspiegelt. Die Aula, die über das Jahr verteilt nur einige Male benötigt wird, sollte beispielsweise in der restlichen Zeit zu Unterrichtszwecken zur Verfügung stehen. Deshalb wurden zwei Klassenräume durch ein modulares Trennwandsystem separiert, das sich bei Bedarf zurückfahren lässt, damit ein großer Saal entsteht.

Alle Vorgaben eingehalten

Die veranschlagten Baukosten konnten ebenso eingehalten werden wie der geplante Übergabetermin des Modulbauprojekts: ein positives Resultat, das alle Beteiligten freut und bei Bauprojekten längst nicht selbstverständlich ist.