Rund 90 Jahre nachdem die Tapetenfabrik Gebr. Rasch der staunenden Weltöffentlichkeit eine revolutionäre Tapetenkollektion präsentierte, gibt es die spektakuläre Neuauflage des Bauhaus-Klassikers: eine moderne Tapetenkollektion im einzigartigen Bauhaus-Stil, gefertigt aus zeitgenössischen Materialien und traditionellem Vinyl.

Designer-Qualität – Vinyl-Tapeten vom Bauhaus

Präsentiert wurde die Bauhaus-Vinyltapete anlässlich des 100-jährigen Bauhaus-Jubiläums im Jahr 2019. Die Re-Entwicklung des Bauhaus-Tapeten-Klassikers aus PVC ist eine gemeinsame Arbeit der Tapetenfabrik Gebr. Rasch mit dem Farbenhersteller Sikkens. Bei den Dekoren haben die Produktentwickler die Avantgarde der Klassischen Moderne des Bauhaus und verschiedene Originaldesigns von Hannes Meyer, Hans Fischli und Margaret Leiteritz, den Schöpfern der Vinyl-Tapeten, gewürdigt.

Bauhaus-Tapete
(Titelfoto/Foto: Tapetenfabrik Gebrüder Rasch)

Die Liebe zum Original reicht weit – bis zu den verwendeten Materialien. Neben innovativen Werkstoffen bestehen die modernen Bauhaus-Tapeten auch aus dem im Original verwendeten Vinyl. Interessenten der innovativen PVC-Tapete mit dem traditionellen Ursprung können aus einem reichhaltigen Sortiment auswählen. Insgesamt 40 verschiedene Oberflächendesigns sind heute erhältlich. Die modernen Vinyl-Tapeten überzeugen mit feinen und zurückhaltenden Mustern. Dezente Linien und Raster machen moderne Bauhaus-Tapeten aus PVC zu einer architektonisch hochwertige Alternative zu glatten Wänden. Durch einen Anstrich in einem von insgesamt 72 vorgegebenen Farbtönen lassen sich Individualisierungen der Bauhaus-Vinyltapete visualisieren. Die breite Farbauswahl ermöglicht es, Designs zu betonen, zu verstärken oder zu reduzieren.

Tapeten aus Vinyl sind modern

Was heute als Rasch-Tapete aus PVC erhältlich ist, findet ihren Ursprung in der von Walter Gropius im Jahr 1919 gegründeten Kunstschule Bauhaus. Bis heute gilt das historische Bauhaus als einflussreichste Bildungsstätte für Architektur, Kunst und Design des 20. Jahrhunderts. Charakteristisch für das Bauhaus war ein Umdenken durch eine ganzheitliche Betrachtung der Dinge. Die Vereinigung von Ästhetik mit Funktion und Ökonomie waren wesentliche Pfeiler des Bauhauses.

Die originale Bauhaus-Tapete aus Vinyl entstand im Rahmen eines Wettbewerbs, den der Bauhaus-Direktor Hannes Meyer im Jahr 1929 ausrief. In Kooperation mit der Tapetenfabrik Gebr. Rasch entwickelten Meyers Schüler eine Vinyl-Tapete unter dem Namen „Blaue Bauhaus-Karte“. Nicht nur mit dem Material Vinyl war man der Zeit voraus, sondern auch die Variationsbreite der Bauhaus-Tapete war ungewöhnlich: Insgesamt gab es 14 verschiedene Flächenmuster in jeweils fünf bis 15 unterschiedlichen Farben.

Extrem erfolgreich – Original Bauhaus-Tapeten von Rasch

Die Gebr. Rasch brachten die Vinyl-Tapete „Blaue Bauhaus-Karte“ zur Tapetensaison 1930 auf den Markt. Der Start der neuartigen Vinyltapete war holprig. Es hagelte Kritik. Nur vier von 50 Großhändlern nahmen die Bauhaus-PVC-Tapete ins Programm. Erst eine breit angelegte Werbekampagne – angefertigt von der Reklamewerkstatt des Bauhauses – brachte Erfolg. Mit Zeitungsannoncen und Musterbüchern für Architekten gelang es, den Zwischenhandel auszuschließen. Die Folge: Die Vinyl-Tapeten wurden zum Verkaufsschlager und mit Lob überhäuft.

Innerhalb weniger Jahre verkauften die Gebr. Rasch über sechs Millionen Rollen der PVC-Wandtapete. Damit wurden die Vinyl-Tapeten zum größten kommerziellen Erfolg des Bauhauses – und dem erfolgreichsten Serienprodukt der Designschule. Pikantes Detail: Nach der Selbstauflösung des Bauhauses im Jahr 1932 überschrieb der letzte Direktor Mies van der Rohe die Rechte am Markennamen „bauhaus“ an die Tapetenfabrik Gebr. Rasch. Exakt vor diesem Hintergrund erlebt die Bauhaus-Tapete aus Vinyl gerade eine Renaissance.