Ob Sauerstoffmasken, Infusionsbeutel oder Nasensonden: Medizinische Produkte aus PVC sind aus Kliniken und Krankenhäusern nicht mehr wegzudenken. Tag für Tag leisten sie ihren Beitrag, zahlreiche Leben zu retten. Da es sich bei dem Großteil der Produkte aber um Einwegartikel handelt, stellen sie eine enorme Belastung für Natur und Umwelt dar. In den letzten Jahren setzte in der Medizinbranche jedoch zunehmend ein Umdenken ein. Weltweit beteiligen sich immer mehr Krankenhäuser an Initiativen zum Recyceln von Einweg-PVC und die Zahl der entsprechenden Maßnahmen und Förderprogramme hat stetig zugenommen.

PVC ist robust, sicher und kostengünstig. Das macht den Stoff zur ersten Wahl, wenn es um die Herstellung von medizinischen Produkten geht. Zusätzlich eignet sich PVC aber auch zum Recyceln. Selbst mehrere Recyclingdurchläufe können seinen vielen vorteilhaften Eigenschaften nichts anhaben. Ein Vorzug, den sich eine ganze Reihe von Initiativen auf der ganzen Welt nun zu eigen macht.

Zahlreiche Recycling-Programme weltweit

In Australien und Neuseeland beispielsweise werden aus gebrauchten Gesichtsmasken und Sauerstoffröhren Matten und Schläuche hergestellt. Das britische Recycling-Programm RecoMed, welches von VinylPlus unterstützt wird, sammelt in 30 Krankenhäusern regelmäßig Sauerstoffmasken ein, die später zu Gartenbauprodukten weiterverarbeitet werden. Ganze 750.000 Masken wurden auf diese Weise schon recycelt.

Diesseits der großen Industrienationen leisten die Initiativen in der Medizinbranche zudem einen großen Beitrag zur Entwicklungshilfe. Aus den vielen Einwegartikeln werden in Südafrika und Guatemala Schuhe für bedürftige Schulkinder entworfen. Das kommt nicht nur mittellosen Familien zugute, sondern unterstützt auch lokale Unternehmer und Produzenten und schafft darüber hinaus Jobs und Einkommen.

Gut für die Umwelt

Profitieren tut nicht zuletzt die Umwelt. Statt bereits verwendete PVC-Produkte in Verbrennungsanlagen zu entsorgen, können sie ganz einfach wiederverwendet werden. Auf jedes recycelte Kilogramm PVC kommen zwei Kilogramm eingespartes CO2. Und wenn anstelle von neu hergestellten Produkten auf recycelte gesetzt wird, können bis zu 90% des Energiebedarfs eingespart werden.

Oft werden Bedenken eingebracht, recycelte Medizinprodukte könnten infektiös sein. Studien belegen jedoch, dass gerade mal ein Bruchteil der verwendeten Einwegartikel über ein Infektionsrisiko verfügt, denn überwiegend werden diese bei nicht-infektiösen Patienten eingesetzt. Damit steht der Herstellung einer Vielzahl von innovativen Recyclingprodukten nichts im Wege.