Pflegeleicht, strapazierfähig, hygienisch und schick – Bodenbeläge aus PVC überzeugen durch viele Vorteile. Auch dadurch, dass sie sich am Ende ihrer Lebensdauer recyceln lassen. Jetzt wird eine neue Technologie entwickelt, die das Recycling von gebrauchten PVC-Bodenbelägen auf eine ganz neue Stufe stellen soll: ein wichtiger Beitrag, um wertvolle Ressourcen zu schonen und diese in der Kreislaufwirtschaft zu halten.

Der PVC-Hersteller Vinnolit arbeitet gemeinsam mit elf Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus fünf europäischen Ländern, darunter der Stabilisatorhersteller Chemson und die Arbeitsgemeinschaft PVC-Bodenbelag Recycling (AgPR), an dieser neuen Technologie. Das vom Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV) koordinierte Projekt „Circular Flooring“ basiert auf der CreaSolv®-Technologie und wird durch die Europäische Union gefördert.

PVC-Boden-Recycling heute

Bisher ist es üblich, nahezu alle PVC-Abfälle, die recycelt werden, mechanisch aufzubereiten. Dazu werden zunächst die Nicht-PVC-Bestandteile entfernt, Verunreinigungen abgetrennt und die PVC-Anteile gemahlen. Anschließend erfolgt die Wiederverwertung des PVC-Rezyklats zu neuen Produkten. Durch dieses Verfahren kann PVC als hochwertiger Werkstoff mehrmals genutzt werden. Bereits heute spart dieses Vorgehen wertvolle Ressourcen ein. Allerdings bleiben bei diesem Verfahren auch Additive, die in der Vergangenheit eingesetzt worden sind, im Werkstoff enthalten, wodurch die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten des Rezyklats für neue Produkte eingeschränkt werden.

Circular Flooring
Dr. Jochen Zimmermann, AgPR (l.), und Andreas Höhn, Innovationsmanager und Projektleiter „Circular Flooring“ bei Vinnolit (r.), in der Recyclinganlage in Troisdorf. (Foto: Vinnolit / Titelfoto: Tarkett)

Die Zukunft des PVC-Recyclings

Beim „Circular Flooring“-Projekt für PVC-Bodenbeläge handelt es sich um die Erprobung eines lösemittelbasierten Verfahrens. Am Ende des Prozesses soll PVC wieder als möglichst reiner Werkstoff zur Verfügung stehen. Dazu wird der PVC-Abfall zunächst in einem Lösemittel gelöst und das dabei zurückgewonnene, möglichst reine PVC anschließend wieder ausgefällt. Ziel ist es, ein PVC-Rezyklat zu gewinnen, das nahezu „Neuware-Qualität“ erreicht und dadurch hohe Flexibilität im Hinblick auf neue Rezepturen und Anwendungen erlaubt. Das zurückgewonnene PVC-Rezyklat soll anschließend wieder zur Produktion neuer Fußbodenbeläge verwendet werden.

In den nächsten Jahren arbeitet Vinnolit gemeinsam mit den beteiligten europäischen Partnern daran, die neue Recyclingtechnologie vom Labor in den technischen Maßstab zu überführen. „Vinnolit übernimmt in ihrem modernen PVC-Technikum in Burghausen die detaillierte anwendungstechnische Ausprüfung und Bewertung der PVC-Rezyklate, die mit dem CreaSolv®-Prozess erzeugt wurden. Dabei wird das Potenzial des Rezyklats im Hinblick auf die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten ermittelt“, erläutert Unternehmenssprecher Dr. Oliver Mieden. „Auf diese Weise unterstützen wir aktiv den Übergang zur Kreislaufwirtschaft.“

Weitere Informationen www.ivv.fraunhofer.de/de/recycling-umwelt/creasolv.html