Antwerpen ist gleichermaßen bekannt für seinen weltweit bedeutenden Hafen wie auch für seine Diamanten. Jetzt hat die belgische Handelsmetropole ein ganz besonderes Wahrzeichen erhalten, das diese beiden Charakteristika in einem Gebäude weithin sichtbar macht: das Port House von Zaha Hadid Architects. Das gläserne neue Headquarter der Antwerpener Hafenbehörde ist eine wahre Lichtgestalt, bei der ein ausgefeilter Sonnenschutz aus PVC-beschichtetem Gewebe eine wichtige Rolle spielt.

Bei dem bemerkenswerten Wahrzeichen im zweitgrößten Seehafen Europas handelt es sich um ein einzigartig geformtes Gebäude mit Glasfassade, das auf die ehemalige, inzwischen komplett sanierte Feuerwache aufgesetzt wurde: zwei eigenständige Einheiten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. In einer Art Sandwich-Konstruktion horizontal dazwischen platziert ist eine Betonbrücke. Sie dient als Aussichtsplattform für Besucher mit atemberaubendem Blick über Hafen und Stadt und hat einen direkten Zugang zum Restaurant. Der aus Alt und Neu kombinierte Baukomplex wird heute von über 500 Mitarbeitern der Antwerpener Hafenbehörde als neues Headquarter genutzt.

Ungeheure Leichtigkeit

Der Entwurf von Zaha Hadid Architects war 2009 als Sieger aus einem Architektenwettbewerb hervorgegangen. Vorgabe war, den denkmalgeschützten, hanseatisch anmutenden Altbau zu erhalten und durch eine geeignete zusätzliche Gebäudelösung zu erweitern. Das Architekturbüro der renommierten Pritzker-Preisträgerin Zaha Hadid löste die Anforderungen durch eine behutsame Sanierung, deren Ziel es war, das denkmalgeschützte Gebäude so weit wie möglich zu erhalten. Bei den externen und internen Fronten, dem Innenhof und den Treppenaufgängen ging das unproblematisch, weil sie sehr gut erhalten waren. Beim Innenbereich mussten die Architekten dagegen in Absprache mit den Denkmalschutzberatern neue Lösungen finden, da die Nutzung des Gebäudes als Feuerwache starke bauliche Veränderungen nach sich gezogen hatte. Aufregend anders ist der aufgeständerte Erweiterungsbau, der über der ehemaligen Feuerwache zu schweben scheint und eine ungeheure Leichtigkeit ausstrahlt. Getragen wird das Gewicht des gläsernen Gebäudes durch zwei Betonsäulen: eine im Innenhof des sanierten Altbaus und eine im Außenbereich des Komplexes. Die Betonbrücke zwischen den beiden Gebäuden verbindet diese Säulen miteinander.

(Fotos: Serge Ferrari / Fotograf: Eric Borghs)

Funkelnder Diamant

Die Fassade des aufgesetzten Neubaus besteht aus dreieckigen, abwechselnd transparenten und opaken Glaselementen, die jeweils in einer leichten Drehung zueinander angeordnet sind. So entsteht eine gebrochene Fläche in der Optik eines geschliffenen Diamanten: eine Anspielung an die Rolle Antwerpens als weltweit wichtiges Zentrum für die Verarbeitung und den Handel mit Diamanten. Auch die Form des gläsernen Bauwerks hebt eine Hauptrolle der flandrischen Metropole hervor. Wie der Rumpf eines Schiffes wirkt der riesige gläserne Aufbau und erinnert damit an die jahrhundertelange, herausragende Rolle Antwerpens im Seehandel. Die dynamische Erscheinung des aufgesetzten Gebäudes steht dabei in bewusstem Kontrast zur eher statischen Würde des Altbaus. Das ausdrückliche Ziel der Antwerpener Hafenbehörde, mit ihrer Zentrale Altes und Neues zu verbinden und eine Signalwirkung zu erzeugen, die für Offenheit, Innovation und Zukunft steht, scheint da mehr als gelungen.

Schatten für den Diamanten

Das Glasgebäude ist aufgrund seiner exponierten Lage nahe des Wassers und seiner extrem transparenten Fassade intensivem Sonnenlicht und starken Wasserreflektionen ausgesetzt.

Um den Angestellten der Hafenbehörde blendfreie und komfortable Arbeitsplätze mit angenehmem Raumklima bieten zu können, musste ein äußerst effektiver Sonnenschutz zum Einsatz kommen. Über alle Glasflächen verteilt wurden deshalb innenliegende Screens aus PVC-beschichtetem Gewebe verbaut, insgesamt 1.500 Quadratmeter. Eine elegante Lösung, da die Tuchwellen verdeckt zwischen Glasfassade und Decke installiert wurden. So ist das Sonnenschutzsystem nur zu sehen, sobald es aktiviert wird. Die insgesamt 237 Screens für die Glasfacetten des Diamanten sind zweifarbig gestaltet. Außen sorgt die alufarbene Seite für eine hohe Reflektion, die eine beträchtliche Reduktion des Wärmeeintrags ermöglicht. Das dunkle Anthrazit auf der Innenseite passt zur farblichen Gestaltung der Innenräume und ermöglicht außerdem einen ungehinderten Blick aus den Büro- und Konferenzräumen in die umliegende Hafen- und Stadtlandschaft.

(Foto: Serge Ferrari / Fotograf: Eric Borghs)

Das PVC-beschichtete Gewebe im Port House erfüllt sehr hohe Qualitätsstandards. So bietet das Material zum Beispiel eine exzellente Dimensions- und Flächenstabilität, damit sich das Gewebe während seines Einsatzes nicht verzieht. Diese Eigenschaft ist durch die oft asymmetrische Form der Screens mit ihren ungleichen Zugkräften sowie die teils sehr starke Neigung der Bahnen bis zu 48° unbedingt erforderlich.

Hohe Akzeptanz

Im Rahmen der MIPIM Awards 2018, die während der Immobilienmesse MIPIM in Cannes vergeben wurden, hat das Port House in diesem Jahr eine Auszeichnung als bestes saniertes Gebäude erhalten. Auch bei der Bevölkerung kommt die ikonenhafte Architektur von Zaha Hadid Architects gut an. Mehr als 55.000 Menschen besuchen das unverwechselbare Hafenduo pro Jahr. Die Hafenbehörde bietet regelmäßig öffentliche Führungen in mehreren Sprachen an.

(Foto: AGPU Media GmbH)

Teil der Kommunikation

Das Port House mit seiner überragenden skulpturellen Architektur ist auch Teil der Kommunikationskampagne über Weich-PVC-Produkte. Die von mehreren Unternehmen aus der Branche initiierten Maßnahmen informieren über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Produkten aus diesem Material. So erscheint ein Foto des markanten Doppelgebäudes auf einer Anzeige, die AGPU Media im Auftrag der Unternehmen in diesem Jahr in verschiedenen Printmedien wie zum Beispiel brandeins oder AIT schaltet.