Moderne Gesundheitsbauten müssen vielfältige Ansprüche erfüllen, die Arzt und Pflegekraft genauso stellen wie Patient, Besucher und Reinigungspersonal. Eine Ausstattung von Untersuchungs- und OP-Räumen nach dem neuesten Stand der Technik, eine angenehme Atmosphäre in komfortabel eingerichteten Räumen sowie pflegeleichte Produkte und hohe Hygienestandards sind unverzichtbare Voraussetzungen für effektive Gesundheitszentren, müssen aber auch bezahlbar sein.

Vier Experten präsentierten bei der Fachtagung „Gesundheitsbauten“ Ende September in Frankfurt Perspektiven und Lösungsansätze für die Planung von Healthcare-Einrichtungen. Organisator war die AGPU Media GmbH, deren Mitgliedsunternehmen und Unterstützer eine Reihe zuverlässiger PVC-Produkte für den Gesundheitsbereich anbieten: angefangen bei Blutbeuteln und Schlauchsystemen bis zu pflegeleichten Bodenbelägen und antimikrobiellen Möbeloberflächen.

Integrative Planung

Ein zentrales Thema in Gesundheitsbauten sind hohe Hygienestandards, um Krankenhausinfektionen spürbar zu verringern. Dr. med. Hartwig Jaeger, Gründer des Hamburger Planungsbüros für Bauprojekte im Gesundheitswesen Archimeda, ist überzeugt, dass eine funktionelle Layoutplanung von Gesundheitsbauten einen positiven Einfluss auf die Hygiene hat. „Je nachdem, wo ich einen Raum im Krankenhaus verorte, verändern sich auch die Arbeitsabläufe und die Wegeführung. Wir brauchen eine partizipatorische Planung, die auf die klinischen Abläufe mit ihren komplexen Nutzeranforderungen durch Ärzte, Pflegepersonal und Funktionsdienst ausgerichtet ist“, so Dr. Jaeger. Die digitale Einbindung der Patienten in die Behandlung und ein Monitoring der Händehygiene könnten die Infektionsraten ebenfalls senken.

Vermeidbare Erkrankungen

Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Alexander S. Kekulé vom Institut für Biologische Sicherheitsforschung in Halle (Saale) beschreibt Krankenhäuser als Durchlauferhitzer für die Verbreitung von Keimen, die von Patienten und Personal weitergegeben werden. „Die hohen Infektionszahlen ließen sich durch eine Anpassung der baulichen und technischen Ausstattung der Kliniken senken, ebenso durch ein externes Hygienemanagement und eine Optimierung der betrieblichen Abläufe“, so der Mikrobiologe. Standardisierte Konzepte zur Reinigung und Desinfektion, Multibarriere-Strategien, die Isolierung von Patienten und ein Konzept zur Wegetrennung könnten Krankenhausinfektionen bis zu einem Drittel reduzieren.

(Foto: Altro Debolon // Titelbild: PROJECT FLOORS GmbH)

Empfehlungen für Planer und Architekten

Dr. Wolfgang Sunder, Architekt am Institut für Industriebau und Konstruktives Entwerfen an der TU Braunschweig, stellte die Forschungsinitiative „Zukunft Bau“ zur baulichen Infektionsprävention in Krankenhäusern vor, deren Ergebnisse Ende 2017 für Planer, Architekten und Betreiber zur Verfügung stehen sollen. Bestandteil sind auch Planungsempfehlungen für Materialien. So werden zum Beispiel für die Gestaltung von Böden und Wänden in OPs auch pflegeleichte Vinyl-Beläge als geeignet aufgeführt. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass Einzelzimmer die Infektionsrate mit Krankenhauskeimen auf Intensivstationen nachweislich reduzieren. Doch nur etwa 21 Prozent in diesem Bereich weisen diesen Zimmertyp auf. Im Rahmen der Untersuchung KARMIN zum Einfluss von Architektur und Design auf Krankenhausinfektionen werden derzeit mehr als 30 verschiedene Zweibettzimmertypen mit Nasszelle auf ihre infektionspräventiven Fähigkeiten im Vergleich zu Einbettzimmern untersucht. Ziel ist es, ein Ideal-Layout für Zweipatientenzimmer zu entwickeln, als gleichwertige Alternative zu den wesentlich teureren Einbettzimmern.

Neue Standards in der Planung

Moderne Standards für zukunftsweisende Klinikneubauten präsentierte Dr. Hannes Kenngott in seinem Vortrag „Smart Hospital – The Healing Environment“. Er ist Arzt am Universitätsklinikum Heidelberg und Baubeauftragter der neuen dortigen Chirurgie, die mit 16 Operationssälen und über 20.000 Quadratmetern voraussichtlich Mitte 2018 an den Start geht. „Wichtig ist, den Gebäudekomplex im Gesamtzusammenhang zu sehen, d.h. auch den Patientenfluss inklusive aller Transportwege durch die Klinik intelligent zu planen“, so Dr. Kenngott. Um hohe hygienische Standards im Gesundheitsbereich zu erreichen, würden in der neuen Chirurgie auch Vinyl-Produkte wie glatte Boden- und Wandbeläge eingesetzt. Die glatten Flächen lassen sich leicht reinigen, sind für die Mitarbeiter in Gesundheitseinrichtungen bequem begehbar und schaffen mit ihren modernen Designs eine angenehme Atmosphäre, in der sich Patienten besser erholen können.